1907: Gründung des Musikvereins
Der Spaß am Musizieren veranlasste einige Umkircher Bürger am 29.07.1907 im Gasthaus „Hirschen“ den Musikverein Umkirch zu gründen. Da es zu dieser Zeit noch kein eigenes Probelokal gab, wurden die Proben im jährlichen Wechsel in den drei damals bestehenden Gasthäusern abgehalten. Es blieb nur offen, wie sich der Verein tragen sollte. Man einigte sich also recht bald auf ein Eintrittsgeld, das jedes neue Mitglied zahlen musste. Mit diesem Geld wurden dann Noten, Notenständer und auch Instrumente gekauft. Der Musikverein spielte später dann bei lokalen Veranstaltungen, sowie bei Musikfesten und Wertungsspielen.
1933: Erster Platz beim Bundesmusikfest
In diesem Jahr wurden die vielen Proben zum ersten Mal belohnt und der Musikverein erhielt beim Bundesmusikfest in Freiburg unter der Leitung des Dirigenten Rohr den 1. Preis.
1939: Kriegsbedingte Auflösung des Vereins
Zu Beginn des zweiten Weltkrieges wurde der Musikverein zunächst aufgelöst, da durch Einberufung und Arbeitsverpflichtung seiner Mitglieder der Verein auf ein Mindestmaß reduziert wurde.
1945: Neugründung nach Kriegsende
Als der Krieg 1945 zu Ende gegangen war, sehnten sich die Hinterbliebenen nach einer Wiedergründung. Vorerst jedoch nur als Musikkapelle, nicht als Verein. Ehemalige aktive Musiker setzten diese Tat dann – trotz einiger Schwierigkeiten – 1946 um. Einer der „Neuaktiven“ stellte seine Wohnung für die Proben zur Verfügung und Anton Götz übernahm die Leitung der Kapelle. Nach der erfolgreichen Kapellengründung kam es schließlich zur Wiedergründung des Musikvereins. Am 12.12.1948 wurde die Wiedergründung des Musikvereins Umkirch schließlich schriftlich im Gasthaus „Zum Engel“ besiegelt. Wolf Wilhelm wurde zum ersten Vorstand gewählt.
Außer des bestehenden Musikvereins wurde eine Tanzkapelle von jungen Umkircher Bürgern gegründet. Die fünf Musiker dieser Kapelle spielten bei kleineren Festen, meist private Angelegenheiten. Somit existierte auch schon damals ein Quintett.
1954: Wertungsspiele in Pfaffenweiler und Freiburg
Nach der Neugründung bestritt der Verein am 6.6.1954 erstmals wieder ein Wertungsspiel, das in Pfaffenweiler statt fand und bei dem in der Wertung Unterstufe die Note gut bis sehr gut erreicht wurde. Dieses Wertungsspiel war somit der Ansporn für noch bessere Leistungen. Unter dem Ehrgeiz des Dirigenten Erich Fröhlich wurde fleißig geprobt, sodass beim folgenden Wertungsspiel am 22.05.1955 in Freiburg – St. Georgen sogar die Note sehr gut bis vorzüglich erreicht wurde. Dies war die verdiente Auszeichnung für die Anstrengung der Aktiven.
Der Musikverein hatte immer mehr „Liebhaber“ im ganzen Dorf, die der Musik des Vereins gerne zuhörten, und somit war es für alle Musiker selbstverständlich bei Veranstaltungen im Dorf kräftig mitzuwirken. Hierzu zählten Weihnachtsfeste, Fasnachtsveranstaltungen, Maifeiern, sowie Ständchen für Mitglieder. Leider war die Vereinskasse nicht gerade voll. Es gab kein Geld für verschiedene teure Anschaffungen. Doch ein Aufruf an die Dorfgemeinde änderte das. Mit den gesammelten Spendengeldern, einem Beitrag aus der Gemeindekasse und durch eigene Mittel, gelang es dem Musikverein für die gesamten Musiker Uniformen zu kaufen.
1967: 60-jähriges Jubiläum
In diesem Jahr stand die nächste große Veranstaltung auf dem Plan: das 60-jährige Jubiläum des Musikvereins, das damals drei Tage lang gefeiert wurde.
1978: Eintragung in das Vereinsregister
Am 05.09.1978 wurde der Verein schließlich beim Amtsgericht Freiburg als eingetragener Verein (e.V.) in das Vereinsregister eingeschrieben. Mit den gesetzlichen Satzungsbestimmungen sollte jedoch kein Zwang ausgeübt werden, sondern eine ordnungsgemäße Verantwortung.
1973: Jähnig als neuer Dirigent
Im Jahre 1973 übernahm Gerhard Jähnig die musikalische Leitung des Vereins. Mit dem neuen Dirigenten begann für den Verein eine Epoche des Umbruchs. Ein nicht überschaubares Engagement von musikalischen Darbietungen wurde den Zuhörern geboten.
1982: Carter als neuer Dirigent
1982 übernahm schließlich der 23-jährige John Carter den Dirigentenstab. Wie schon sein Vorgänger, Herr Jähnig, war auch John Carter beim Orchester des Freiburger Stadttheaters tätig.
2007: Feier des 100-jährigen Bestehens
2014 – Der MVU hat einen neuen Dirigenten! Diego Rivara
Nach unserem Jahreskonzert 2013 unter der Projektleitung von Kilian Heitzler wurde die Stelle des Dirigenten neu ausgeschrieben. Nach mehreren Vordirigaten fiel eine eindeutige Entscheidung. Diego Rivara kam zu uns. Der 28jährge Diego Rivara stammt aus Argentinien und lebte seit 2010 mit seiner Frau und Tochter in Freiburg. Er hat bereits ein abgeschlossenes Posaunenstudium und war im zweiten Semester des Masterstudienganges für „Elementare Musikpädagogik“ an der Musikhochschule Freiburg als er beim MVU anfing. Er arbeitete als Posaunist, Posaunen- und Tiefblechlehrer – u.a. auch im Musikverein. Nach Erfahrungen in der Leitung von Jugendkapellen war Umkirch seine erste Stelle als Dirigent. Den ersten Auftritt mit ihm absolvierten wir am 17. Mai 2014 beim Doppelkonzert im elsässischen Biesheim. Nach zwei schönen Jahren musste uns Diego leider aus privaten Gründen verlassen, so dass der MVU die vakante Stelle erneut ausschrieb.
Oktober 2015 – Umzug in das neue Probelokal – Hauptstraße 4, Umkirch
Im Oktober 2015 fand die erste Probe des Musikverein Umkirch nach fast eineinhalb Jahren Umbauzeit im neuen Probelokal und Vereinsheim – im alten Rathaus, Hauptstraße 4 statt. Der alte Proberaum in der alten Schule wurde zuvor komplett durch Mitglieder des MVU ausgeräumt und alle Instrumente, Noten und Inventar sorgfältig in Kisten verpackt. Die alte Schule wurde durch die Gemeinde Umkirch in ein ambulantes Hilfezentrum mit Namen „Haus am Mühlbach“ umgebaut, das seit Mai 2017 u. a eine Pflegewohngruppe und sowie ein Tagespflegeeinrichtung beherbergt.
2016 – Der MVU unter neuer Leitung! Frieder Reich kommt nach Umkirch
Seit September 2016 ist Frieder Reich der neue Dirigent des Musikvereins Umkirch. Frieder Reich ist Trompeter, Musikpädagoge und Ensembleleiter. Neben dem eigenen Spiel, u.a. im Blechquintett Quintonation und als Aushilfe im Philharmonischen Orchester Freiburg, übt er eine rege Dozententätigkeit für Trompete und Ensembleleitung auf unterschiedlichen Lehrgängen aus. Weiter ist er ein gefragter Dozent für Kammermusik und Registerproben und dirigiert stellvertretend in Freiburger Orchestern und Musikvereinen. Er initiierte und leitet das Crossover-Ensemble Freiburg sowie das Bezirksauswahlensemble Emmendingen-Freiburg-Müllheim.
Frühjahr 2017 – Jugendkapelle unter neuer Leitung
Seit Frühjahr 2017 wird die Jugendkapelle des Musikvereins Umkirch von Gloria Aurbacher geleitet. Nachdem Sascha Armbruster die Jugendkapelle sehr erfolgreich von seiner Vorgängerin Daniela Wolber im Jahre 2011 übernommen und seit dem geleitet hatte, gab er Ende 2016 den Dirigentenstab an Gloria Auerbacher weiter. Gloria Aurbacher wurde 1987 in Memmingen (Bayern) geboren. Im Alter von 9 Jahren begann sie Trompete zu spielen und war mit 14 Jahren aktives Mitglied im Blasorchester ihres Heimatvereins. 2008 entschied sie sich auf die Berufsfachschule für Musik in Krumbach (Bayern) zu gehen, wo sie neben Instrumental- und Theorieunterricht auch in Orchester- und Chorleitung ausgebildet wurde. Zu dieser Zeit leitete sie das Vororchester ErWeSo in ihrem Heimatort. Bereits ein Jahr später wurde sie an der Hochschule für Musik in Freiburg aufgenommen. Hier schloss sie ihr Bachelorstudium mit dem Hauptfach Trompete im künstlerischen und künstlerisch-pädagogischen Bereich ab. Während dieser Zeit war Gloria Aurbacher 2013 als Austauschstudentin in Manchester (England). Der Masterstudiengang folgte direkt im Anschluss und von 2015 bis 2016 war sie Stipendiatin beim Staatsorchester Rheinische Philharmonie in Koblenz. Seit April 2017 ist sie nun mit abgeschlossenem Masterstudium freiberuflich tätig und leitet seit Oktober 2017 die Jugendkapelle des Musikvereins in Umkirch. Neben dieser Tätigkeit ist Gloria Aurbacher unter anderem Trompetenlehrerin und Leiterin des Jugendorchesters in Reute. Als Musikerin kann man sie in diversen Sinfonieorchestern und Ensembles sowie solistisch hören.
Frühjahr 2020-2021: Der Musikverein in Zeiten von Corona
Corona: sechs Buchstaben, ein Wort, das nicht nur den gesamten Musikverein lahmlegte, sondern gleich die ganze Welt aus den Fugen hob.
Schulen, Kitas, Geschäfte und die komplette Gastronomie mussten aufgrund der schlimmer werdenden Pandemie von einem auf den anderen Tag schließen. Zwei Wochen zuvor feierte der Musikverein noch ausgiebig das fünfjährige Jubiläum des Hemdglunkerballs am „Schmutzigen Dunschdig“. Aber danach waren auch wir gezwungen, die wöchentlichen Proben abzusagen und selbst das Herbstkonzert musste ausfallen. So hatte sich wohl keiner den Beginn des neuen Jahrzehnts vorgestellt!
Doch die Pandemie hielt den Verein nicht davon ab, weiterhin Musik zu machen. Einige MusikerInnen spielten jeden Sonntag um 18 Uhr „Freude schöner Götterfunken“ in ihren Gärten, um den Ersthelfern Respekt zu zollen und um gleichzeitig natürlich etwas Freude in dieser ungewissen Zeit zu verbreiten. Diese Tradition entwickelte sich zu regelrechten Gartenkonzerten, die man aus sicherer Ferne genießen konnte.
So ähnlich gingen wir auch beim 1. Mai vor. Anstatt des alljährlichen Maimarschs durch ganz Umkirch, zogen nun drei Fünfergruppen durchs Dorf. Jede von ihnen ausgestattet mit zuvor eingespielten Orchesteraufnahmen, sodass die fünf MusikerInnen nur noch passend dazu musizieren mussten. Insgesamt konnten rund 30 Haushalte abgedeckt werden, auf dessen Privatgrundstücken wir, mit gebührendem Abstand zu allen Beteiligten, spielen durften. So kam schließlich doch noch ein bisschen Maistimmung auf, wenn auch etwas anders, aufgrund der Masken und des Abstands. Vielleicht aber sogar mehr als sonst, denn durch die drei unterschiedlichen Gruppen, konnte man tatsächlich meinen, dass drei Orchester durch das Dorf zogen.
Gleichzeitig wurde man auch auf den digitalen Plattformen kreativ. So traf sich das Orchester, die Jugendkapelle und die LehrerInnen und SchülerInnen des Instrumentalunterrichts wöchentlich zur Probe via Zoom. Zudem spielten einige MusikerInnen das Stück „Böhmischer Traum“ bei sich zu Hause ein, sodass dieses von Frieder Reich, dem Dirigenten, zusammengeschnitten werden konnte. Heraus kam eine beachtliche Orchesteraufnahme, die klanglich kaum von einer life-Aufführung zu unterscheiden war.
Im Sommer war es dann aber endlich wieder soweit! Die Maßnahmen wurden etwas gelockert und die Jugendkapelle und das große Orchester konnten wieder in Person proben. Um trotzdem den vorgegebenen Mindestabstand einzuhalten, wurde das Orchester in zwei Gruppen eingeteilt und man wich öfters auf den großen Gemeindesaal aus.
Kurzzeitig konnte sogar der Instrumentalunterricht wieder aufgenommen werden. Auch hier galten strenge Regeln wie Maskenpflicht, Fiebermessen, ständiges Lüften sowie Desinfizieren und das Einhalten des Abstands mithilfe einer Plexiglasscheibe zwischen LehrerIn und SchülerIn. Es schien als sei alles wieder auf dem Weg der Besserung. Doch wie der Herbst hereinbrach, so schnellten auch die Infektionszahlen wieder in die Höhe. Eine Ausgangssperre und der zweite harte Lockdown kündigten sich an. So musste der Musikverein trotz vielfältiger Anstrengungen die Proben erneut bis auf weiteres einstellen und das geplante Herbstkonzert fiel kurzerhand aus.
Nun sind wir in ein neues Jahr gestartet und können immer noch nicht gemeinsam musizieren. Wir, der Musikverein, hoffen, dass sich mit diesem neuen Jahr, einiges zum Besseren wenden wird, sodass wir bald, wenn wir das Wort Corona hören, nicht mehr an die Pandemie denken, sondern nur noch an die Biermarke. Und damit ein Prosit auf ein Neues und hoffentlich Besseres Jahr 2021!
Übersicht aller Dirigenten des Musikvereins Umkirch
| Kappelmeister | Bierle | 1865 – 1903 |
| Kappelmeister | Kitterer | 1903 – 1907 |
| Sergeant | Lepzig | 1907 – 1910 |
| Reg. – Musiker | Hoffmann | 1910 – 1914 |
| Dirigent | Rohr | 1919 – 1922 |
| Dirigent | Reiber | 1922 – 1929 |
| Dirigent | Götz | 1946 – 1952 |
| Musikdirektor | Lühmann | 1952 – 1954 |
| Dirigent | Fröhlich | 1954 – 1959 |
| Dirigent | Baumgartel | 1959 – 1960 |
| Dirigent | Strübin | 1960 – 1970 |
| Dirigent | Fröhlich | 1971 – 1972 |
| Dirigent | Gerhard Jähnig | 1973 – 1981 |
| Dirigent | John Carter | 1982 – 1986 |
| Dirigent | Skarba | 1986 – 1989 |
| Dirigent | Kling | 1989 – 1990 |
| Dirigent | Weyerer | 1990 – 1996 |
| Dirigent | Kilian Heitzler | 1996 – 2004 |
| Dirigent | Alexander Fässler | 2004 – 2005 |
| Dirigent | Kai Eppler | 2005 – 2007 |
| Dirigent | Christoph Breithack | 2008 – 2011 |
| Dirigentengespann | Martin Zeller, Sascha Armbruster, Axel Heitzler | 2012 – 2013 |
| Dirigent | Diego Rivara | 2014 – 08/2016 |
| Dirigent | Frieder Reich | seit 09/2016 |
Vorstände seit Gründungsjahr
| Leopold Kirner | 1907 – 1914 |
| Josef Wangler | 1914 – 1923 |
| Josef Rotzinger | 1923 – 1924 |
| Anton Wohleb | 1924 – 1928 |
| Johann Bruder | 1928 – 1932 |
| Emil Wohleb | 1932 – 1933 |
| Karl Hercher | 1922 – 1936 |
| Felix Winterhalter | 1936 – 1938 |
| Timotheus Büchler | 1938 – 1939 |
| Wilhelm Wolf | 1948 – 1952 |
| Otto Heitzler | 1952 – 1964 |
| Josef Gastaldo | 1965 – 1990 |
| Peter Wolber | 1990 – 1998 |
| Martin Zeller | 1998 – 2015 |
| Gerald Staffa | 2015 – 2019 |
| Felix Hank | seit 2019 |
